Weimar-Buchenwald Exkursion

Am Ende der Qualifikationsphase 2 findet die zweitägige Exkursion nach Weimar bzw. Buchenwald statt. Die Fachschaften Deutsch und Geschichte erkunden in Kooperation mit dem gesamten Jahrgang die Stadt Weimar mit ihrer Geschichte, spüren u a. Goethes Leben dort nach und besuchen schließlich auch die Gedenkstätte und das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald.

 

Ein Besuch in Weimar und dem ehemaligem Konzentrationslager Buchenwald

- Exkursionsbericht von Selina K., Abi Jg. 2018 -

Am  Donnerstag den 25. Januar 2018 machten wir, der Abitur-Jahrgang 2018, uns auf den Weg nach Weimar, um uns eines der größten, vergangenen Konzentrationslager auf deutschem Boden anzusehen. Nach der Ankunft besichtigten wir zuerst das Mahnmal aus DDR-Zeiten zu Ehren der Opfer der NS-Zeit. Dort hielten Schüler kursweise Referate oder der jeweilige Geschichtslehrer übernahm den Rundgang.  Anschließend besichtigten wir das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald.

Vor Betreten der Gedenkstätte schauten wir uns einen Kurzfilm über die Geschichte des Lagers an, welcher uns einen Einblick darüber geben sollte, was uns in den nächsten Augenblicken erwarte. Als Geschichtskurse schauten wir uns mit jeweils einem Gruppenleiter der Anlage den sogenannten Karachoweg und das Gelände eines ursprünglichen Streichelzoos an. Richtig gelesen – ein Streichelzoo! Wir wurden auf den starken Kontrast aufmerksam, denn von dem Ort, den SS-Männer mit ihren Familien/Freundinnen/Kindern besuchten, um Tiere zu streicheln, schauten wir direkt auf die Verbrennungsanlage mit dem großen, unübersehbaren Schornstein. Daraufhin gingen wir durch das Tor des ehemaligen KZ Buchenwald und betraten die eigentliche Gedenkstätte. Wir blickten den vor uns liegenden Hang hinunter, auf dem einst Baracke an Baracke stand. Nachdem wir die ersten Eindrücke über die Größe und Weitläufigkeit des Geländes verdaut hatten, fiel uns eines besonders auf. Die Stille. Als wir uns umsahen, schauten wir auf die Innenseite des Tores mit der Aufschrift „Jedem das Seine“. Das Leid, das die Menschen an diesem Ort erfahren mussten, war unvorstellbar. Zwischen 1937 und 1945 waren in Buchenwald über eine Viertelmillion Menschen inhaftiert. Rund 56.000 Menschen sollen im Lager gestorben sein. Unsere Gruppenleiterin zeigte uns als Nächstes das Verbrennungslager. Vor Betreten des Gebäudes bat sie uns um Ruhe, um den Opfern Respekt zu erweisen. Uns wurde nicht nur das Ausmaß der Qualen bewusst, sondern auch, dass man die Geschehnisse nicht vergessen sollte. Zum Abschluss des Rundgangs schauten wir uns das Denkmal zu Ehren der Opfer an. Wir staunten über die tiefgründige Arbeit des Künstlers, denn die Temperatur der in den Boden eingelassenen Platte betrug 37°C-Körpertemperatur. Nach dem Rundgang besichtigten wir noch das kleine Museum auf dem Gelände der Gedenkstätte und erfuhren noch mehr Fakten und Details über die KZ Inhaftierten und deren qualvollen Aufenthalt. Der Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald hat bei uns allen einen tiefen Eindruck hinterlassen und uns zum Nachdenken angeregt. Das unbehagliche Gefühl konnte im Laufe des Abends durch ein nettes Beisammensein abgelöst werden.

Der nächste Tag begann mit der Besichtigung Weimars. Wir besichtigten das Goethehaus und -museum, lernten etwas über das Leben Goethes und beendeten unseren Aufenthalt mit einer sich lohnenden und sehr angenehmen Stadtführung. So bekamen wir die Möglichkeit, Weimar von seinen schönen Seiten zu sehen, wie die Architektur der Gebäude, die Anna Amalia Bibliothek oder Goethes Gartenhaus. Im Großen und Ganzen haben sich die zwei Tage in Weimar sehr gelohnt und es war schön, die Fahrt mit positiven Eindrücken zu  beenden.